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Am 25.Oktober 2019 fand in der Ratstrinkstube im Rathaus die Abschlussveranstaltung der Mentoring-Partnerschaft München statt. 17 Tandems feierten ihre erfolgreiche Zusammenarbeit, 17 Mentees, 14 Mentorinnen, drei Mentoren und drei Kooperationspartnerinnen bekamen feierlich eine Urkunde überreicht. Darüber hinaus berichteten fünf Teilnehmende von ihren Erfahrungen während der Tandem-Zusammenarbeit.

Bereits das dritte Jahr in Folge würdigte das Team der Mentoring-Partnerschaft München im Rahmen einer Abschlussveranstaltung die erfolgreiche viermonatige Zusammenarbeit der Tandems und ehrte das ehrenamtliche Engagement von Mentorinnen, Mentoren und Münchner Unternehmen, die ihr fachspezifisches Wissen weitergeben und damit Menschen mit ausländischen Abschlüssen bei der beruflichen Etablierung in München unterstützen. Die Mentoring-Partnerschaft München arbeitet eng mit relevanten Arbeitsmarktakteuren und Institutionen zusammen, damit die berufliche Integration von Menschen aus dem Ausland gelingt.

Rund 70 Gäste waren der Einladung gefolgt. Martha Doll, Leiterin der Abteilung Migration, Integration und Teilhabe, berichtete in ihrem Grußworte von ihren eigenen Erfahrungen bei der Jobsuche im Ausland. Gerne hätte sie selbst auf die Unterstützung eines solchen Projekts gezählt. Denn neben landes- und branchenspezifischen Kenntnissen fehle es vor allem an Kontakten und Netzwerken. Sie betonte zudem, wie wichtig das Wissen und die fachlichen Kompetenz von Menschen mit ausländischen Qualifikationen für die Stadt München seien, denn „wir wären nicht gut beraten, uns eine Vergeudung von solchen Talenten zu leisten“, so Martha Doll. Regina Ober, Leiterin der Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen – zu der die Mentoring-Partnerschaft München gehört – dankte den Mentorinnen und Mentoren für ihr Engagement, das wesentlich zum Erfolg des Projektes beiträgt. Es sei nicht selbstverständlich, in der Freizeit ehrenamtlich Unterstützung zu leisten und das eigene Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Wie erfolgreich die Mentoring-Partnerschaft ist, lasse sich anhand der Zahlen ablesen, so Stephan Schiele, Leiter von Migranet - IQ Landesnetzwerk Bayern im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“, das das Projekt fördert. „Die Erfolgsquote von 80% der Mentees, die im Anschluss qualifikationsadäquat arbeiten zeigt, wie toll dieses Projekt ist“. Jeder Abschluss einer Mentoring-Runde sei das Fortschreiten einer Erfolgsgeschichte, so Schiele.

Erfahrungsberichte aus den Tandems

Die wahre Erfolgsgeschichte des Projekts zeigte sich aber nicht in den Zahlen, sondern vor allem in den strahlenden Gesichtern der Mentees, als sie von ihren Erfahrungen erzählten. Zwei Tandems erklärten sich bereit, dem Publikum einen Einblick in die Zusammenarbeit zu gewähren. Mentee Anna Schütz, Juristin aus Russland, machte den Anfang: „Für mich war die Teilnahme an der Mentoring-Partnerschaft München der beste Schritt meines Lebens. Denn in einer hoffnungslosen Situation habe ich plötzlich wieder Licht gesehen und nun einen Weg gefunden wieder in meinem Bereich zu arbeiten.“ Auch Melisa Balta aus Bosnien, ebenfalls Juristin, hat durch die Zusammenarbeit mit ihrer Mentorin Maria Derra einen neuen beruflichen Weg gefunden. „Die Kontakte, die man in dem Projekt bekommt sind sehr wichtig und wertvoll“, so Balta. „Ich empfehle allen in meinem Umfeld, die in einer ähnlichen Situation sind, sich für dieses Projekt zu bewerben.“ Auf die Frage, was eine gute Mentorin oder einen guten Mentor ausmache, waren sich beide schnell einig: „Sie sind hilfsbereit, geduldig und teilen gerne die eigenen Erfahrungen“. Maria Derra bestätigte dies und ergänzte, sie sehe ihre Rolle als Mentorin in erster Linie darin, wegweisend zu sein, als Informationsquelle und Stütze. „Ich kann meine ehemaligen und zukünftigen Mentees nicht vor allen Fehlern bewahren, aber ich kann sie vor den Fehlern bewahren, die ich gemacht habe“, so Derra weiter. Dr. Nikolaus von Jakobs war schon für die Deutschlandstiftung als Mentor tätig und hat aktiv in München nach einer Möglichkeit gesucht, sich in dieser Form zu engagieren. Ihm und seiner Anwaltskanzlei McDermott Will & Emery sei es besonders wichtig, der Gesellschaft das zurückzugeben, „wovon wir selbst profitieren und zu helfen wo wir können“. Zum feierlichen Höhepunkt wurden alle Mentees, Mentorinnen und Mentoren sowie drei Kooperationspartnerinnen einzeln auf die Bühne gebeten. Die Erfolge und das Engagement jeder einzelnen Person wurden benannt und gewürdigt. Bei Häppchen und Getränken kamen die Gäste im Anschluss ins Gespräch, tauschten sich aus und ließen den Abend zur Musik der internationalen Musikgruppe „Tula Troubles“ ausklingen. Den „Tula Troubles“ gelang es schnell, mit Songs in unterschiedlichen Sprachen und Rhythmen aus aller Welt die Tanzfläche zu füllen.

Die Mentoring-Familie wächst

Viele neue und bekannte Gesichter kamen in der Ratstrinkstube zusammen, es herrschte eine fröhlich-ausgelassene Stimmung bei multilingualen musikalischen Klängen: Die Abschlussveranstaltung der Mentoring-Partnerschaft München würdigt nicht nur die erfolgreiche Teilnahme am Projekt, sie wurde in den vergangenen drei Jahren zu einem Ort des Austausches, des Kennenlernens und des Wiedersehens. Unter den 70 Gästen waren neben Kooperationspartnern und Kooperationspartnerinnen, Mentorinnen, Mentoren und Mentees uch sehr viele Ehemalige. Denn im Laufe der vergangenen fünf Jahren, seit Bestehen des Projekts, ist ein großes Alumni-Netzwerk entstanden, gegründet von Menschen, die sich der Mentoring-Partnerschaft München zutiefst verbunden fühlen und gerne wiederkommen, um von ihren Erfahrungen und Erfolgen zu berichten. „Das Programm hat mein Leben hier in Deutschland verändert“, sagte Orisel Sierra Santiesteban, eine ehemalige Mentee aus Kuba, die 2017 an dem Projekt teilgenommen hatte und spontan eine kleine Rede hielt. Sie wolle den aktuellen Mentees Mut machen, denn sie hätte vor zwei Jahren kurzzeitig die Hoffnung verloren in Deutschland einen Job zu bekommen, der ihren Qualifikationen entspricht. „Dank der Unterstützung des Projekts und meiner Mentorin arbeite ich nun an der LMU“, sagte sie freudestrahlend. Die Mentoring-Partnerschaft München zeigt, wie erfolgreiche Arbeitsmarktintegration gelingen kann und wie bereichernd ehrenamtliches Engagement ist.

Die Mentoring-Partnerschaft München sucht zu jederzeit Mentorinnen und Mentoren, vor allem auch bei der Landeshauptstadt München, die sich engagieren wollen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Weitere Informationen erhalten sie auch auf der Webseite der Stadt München.

Impressionen

Fotos: Wolfgang Roucka | Florian Freund