IBS Urkundenverleihung groß

Am 19. Dezember erhielten 23 Absolventinnen und Absolventen des Weiterbildungsstudiums „Internationales Brückenseminar Soziale Arbeit Bayern“ (IBS) ihr Zertifikat. Zur feierlichen Verleihung waren Vertreter aus Hochschule und Politik geladen, darunter Staatsministerin Kerstin Schreyer. Das IBS ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Katholische Stiftungshochschule München und zugleich ein wichtiger Garant und Motor für den qualifizierten Berufseinstieg von Personen mit ausländischem Studienabschluss in der Sozialen Arbeit in Bayern. Gefördert wird IBS mit Bundesmitteln durch MigraNet - IQ Landesnetzwerk Bayern.

München, 19.12.2018 – Am heutigen Mittwoch durften sich 23 Absolventinnen und Absolventen über ihren erfolgreichen Abschluss des Weiterbildungsstudiums „Internationales Brückenseminar Soziale Arbeit Bayern“ (IBS) freuen. Im feierlichen Rahmen wurden ihnen an der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH) das Hochschulzertifikat und die staatliche Urkunde überreicht, die sie dazu berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Sozialpädagogin“ oder „Staatlich anerkannter Sozialpädagoge“ zu führen – und ihnen somit einen ihrer akademischen Qualifikation angemessenen Berufseinstieg in Bayern ermöglicht.

An der Übergabe der Urkunden nahmen Vertreter aus Hochschule, Politik und Trägerschaft teil, neben der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Kerstin Schreyer, MdL auch Tülay Ates-Brunner, Geschäftsführerin Tür an Tür - Integrationsprojekte gGmbH und Koordinatorin von MigraNet - IQ Landesnetzwerk Bayern (im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“) sowie Dr. Norbert Franz Kollmer, Präsident des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS). Familienministerin Kerstin Schreyer überreichte den Absolventinnen und Absolventen die staatliche Urkunde. In ihrem Grußwort würdigte sie die Absolventinnen und Absolventen: „Sie sind Vorbilder. Sie stehen für eine fundierte Ausbildung, großes Engagement und den festen Willen, einer verantwortungsvollen Aufgabe nachzugehen. Wer sich für die Arbeit mit Menschen entscheidet, übt einen sinnstiftenden und erfüllenden Beruf aus. Dafür gilt Ihnen meine Wertschätzung und Anerkennung!“

Prof. Dr. Hermann Sollfrank, Präsident der Katholischen Stiftungshochschule München, hob in seiner Ansprache den „Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels in der Sozialen Arbeit“ hervor und würdigte die IBS-Teilnehmer als „ausgezeichnet qualifiziert, die biografisch eine ganze Reihe von interkulturellen Kompetenzen mitbringen.“ Im weiteren Verlauf ging er auf den Mehrwert ein, der sich aus dem IBS für die Hochschule ergibt: „Wir erschließen hier weitere Zielgruppen für unser Studienangebot Soziale Arbeit, lernen viel über die Gemeinsamkeiten und Differenzen internationaler Sozialsysteme kennen – und sind dadurch immer besser in der Lage, unsere Studienangebote zu qualifizieren, zu diversifizieren und an den Bedarf anzupassen.“ Die KSH ist bislang die einzige Hochschule in Deutschland, die Inhabern ausländischer Studienabschlüsse in der Sozialen Arbeit ein staatlich anerkanntes Weiterbildungsstudium auf Landesebene (in Anlehnung an die Vorgaben des Bayerischen Sozial- und Kindheitspädagogengesetz) anbietet.

Neun von zehn Absolventinnen werden nach dem Weiterbildungsstudium sowie nach dem Erreichen der staatlichen Anerkennung durch die Anerkennungsstelle in Würzburg (ZBFS) voraussichtlich eine qualifikationsadäquate Arbeitsstelle in Bayern finden. Das zeigte eine im August 2017 durchgeführte Online-Befragung, die sich an Absolvierende des Weiterbildungsstudiums zwischen Juli 2015 und März 2017 (n=89) richtete und von der KSH initiiert wurde. Aus der Befragung konnte eine erfolgreiche Berufseinmündung von 87% ermittelt werden.

Langfristiger Angebotsgarant: die langfristige Finanzierung

Mit der Verleihung der Zertifikate in diesem Dezember zählt die KSH seit dem IBS-Start im September 2014 bereits über 200 Alumni. Die Frauen und Männer, die sich für das Brückenseminar bewerben, sind überwiegend aus Europa (92,5%). Seit 2017 sind Studierende mit Flüchtlingsstatus aus Syrien und Afghanistan eingeschrieben. Die Abbruchquote tendiert gegen Null und die Nachfrage nach dem Angebot ist uneingeschränkt groß. Prof. Dr. Burghard Pimmer-Jüsten, wissenschaftlicher Leiter des Studiums geht davon aus, dass die Studierendenzahlen weiterhin steigen: „Aktuell bereiten wir den Studienbeginn im Jahr 2019 für drei, eventuell vier Gruppen vor. Für die kommenden Jahre rechnen wir mit maßvoll, aber stetig steigenden Studierendenzahlen.“ Ein tragender Aspekt ist hier die Finanzierung, die mittelfristig durch das IQ Landesnetzwerk Bayern übernommen wurde. Hochschule und Trägerin werben auf Basis solider Erfolgszahlen intensiv um eine langfristige Finanzierung durch den Freistaat. „Begleitend soll“, so Prof. Dr. Burghard Pimmer-Jüsten, „der Austausch mit vergleichbaren Qualifizierungsangeboten im In- und Ausland inner- wie außerhalb Europas weiterentwickelt werden.“

Tülay Ates-Brunner, Koordinatorin MigraNet - IQ Landesnetzwerk Bayern, bezeichnet die IBS-Brückenqualifizierung als „herausragendes Beispiel“ für Qualifizierungsangebote und stellt die Notwendigkeit solcher Modellprojekte und deren Überführung in langfristige Formate in den Vordergrund. Die Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms IQ konzentrieren sich auf die Konzeption und modellhafte Erprobung von Qualifizierungsangeboten sowie auf die Förderung der Entwicklung und Vernetzung von relevanten Strukturen. „Bereits in der Konzeptionsphase“, sagt sie, „saßen alle relevanten Akteure am Tisch, so konnte eine Maßnahme umgesetzt werden, die von der Anerkennung der ausländischen Qualifikationen bis hin zum reglementierten Einstieg in den Arbeitsmarkt die richtigen Weichen für einen erfolgreichen Prozess stellte.“ Nun gelte es, am IBS als eine bewährte Komponente in der „Integration durch Qualifizierung“ festzuhalten.

Was ist das Internationale Brückenseminar Soziale Arbeit Bayern (IBS)?

Das staatlich anerkannte Weiterbildungsstudium im Sinne des Bayerischen Sozial- und Kindheitspädagogengesetzes (BaySozKiPädG) und der zugehörigen Ausführungsverordnung (AV-BaySozKipädG) ermöglicht Personen mit ausländischen Studienabschlüssen der Sozialen Arbeit den Übergang zu einer ihren hohen Kompetenzen und formalen Qualifikationen angemessenen Tätigkeit durch den Erwerb der für die berufliche Gleichwertigkeit bzw. staatliche Anerkennung noch erforderlichen Kompetenzen. Das IBS ist ein einjähriger, berufsbegleitender Lehrgang, der aus einem Praktikum sowie Studientagen mit praxisbegleitender Reflexion besteht; soweit und solange Studierende das Praxismodul absolvieren, handelt es sich um ein Vollzeitstudium. Das Studium ist modularisiert, wobei die Studierenden die Module auswählen, die zur Deckung der von der staatlichen Anerkennungsstelle in Würzburg ausgewiesenen Ausgleichsbedarfe erforderlich sind. Bisher wurden folgende Module von allen oder einem Teil der Studierenden besucht: Praxisseminar mit Supervision (ca. 15%), Module zu Recht und Verwaltung (100%), Steuerung sozialer Organisationen (ca. 98%), Disziplin, Profession und berufliche Ethik sozialer Arbeit im nationalen Kontext (ca. 65%) sowie sogenannten Bezugswissenschaftlichen Studien (ca. 15%). Für die Zulassung zum Studium ist ein ausländischer Studienabschluss in Sozialer Arbeit bzw. Sozialpädagogik erforderlich. Studierende mit Deutsch als Zweitsprache müssen ein B2- oder ein C-Sprachniveau nachweisen. Die staatliche Anerkennungsstelle für Sozial- und Kindheitspädagogen in Würzburg erkennt das Studium als Anerkennungslehrgang an und erteilt auf Grund der Leistungsnachweise die Anerkennungsbescheide. Dank Finanzierung der Landeshauptstadt München und in Kooperation mit der Münchner Volkshochschule (MVHS) sind fachsprachliche Studientage in die Module integriert.

Hier finden Sie den Steckbrief zum Projekt.