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9. Runder Tisch des Kompetenzzentrums MigraNet Drucken

Am 04. Dezember 2009 fand der mittlerweile neunte Runde Tisch des Kompetenzzentrums MigraNet im Augsburger Rathaus mit Unterstützung des Integrationsbeauftragten der Stadt Augsburg statt. Vorgestellt wurden das Netzwerk Integration Bayern (NIB), das Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg und die Ahmadiyya-Gemeinde, um einander kennenzulernen und sich über das Thema „Regionale Entwicklungen – Integrationsprojekte in Augsburg und Bayern im Netzwerk“ auszutauschen.

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Ablauf und Inhalte

Nach der Begrüßung durch den Integrationsbeauftragten der Stadt Augsburg, Robert Vogl, bei der er auf die bevorstehende Wahl zum neuen Beirat für Integration, Migration und Aussiedlerfragen am 28. Februar 2010 hinwies, richtete der Koordinator des Kompetenzzentrums MigraNet, Stephan Schiele, ein einleitendes Wort an die Anwesenden und berichtete von der kürzlichen Verabschiedung eines Entwurfs für ein Anerkennungsgesetz, das ab 2011 die Anerkennungsverfahren von im Ausland erworbenen Qualifikationen bundesweit vereinheitlichen und erleichtern soll.

Anschließend kamen Mitarbeiter/innen von MigraNet und Tür an Tür zu Wort, um Bilanz über die im Jahr 2009 geleistete Arbeit zu ziehen und von Erfolgen, Fortschritten und hinzugekommenen Visionen zu berichten.

Integrationszentrum für Augsburg

Den Anfang machte Sabine Reiter (Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH), die den Fortgang der Entwicklungen nachzeichnete, welche die Schaffung eines Integrationszentrums für Augsburg zum Ziel haben. Bereits seit 2007 macht sich insbesondere MigraNet in Kooperation mit weiteren Initiativen und UnterstützerInnen für die Gründung eines solchen Zentrums stark, das professionell und effizient v.a. der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund dienen soll.

Zuletzt hatten der achte Runde Tisch von MigraNet im Juli 2009 und ein Workshop im Rahmen der Interkulturellen Wochen im September 2009 sowie ein weiterer Workshop im November der Idee Substanz gegeben. Die Workshops brachten bis auf Weiteres Arbeitsgruppen zu den Themen Bedarfsanalyse, Standort, Öffentlichkeitsarbeit, Zielgruppen, Angebote hervor. Für März und Juli 2010 sind Folgeveranstaltungen geplant, bei denen die Arbeit vertieft und vorläufige Ergebnisse präsentiert werden sollen.

Als nächster präsentierte Andreas Bärnreuther (Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH), beauftragt mit der Öffentlichkeitsarbeit von MigraNet, eine Reihe von Kampagnen und Publikationen, die es 2009 gelungen war zu realisieren und herauszugeben.

  • In Kooperation mit dem Bayerischen Fußballverband produzierte MigraNet einen Kinospot unter dem Motto „Integration beginnt am Arbeitsplatz“, der einen Fußballtrainer aus Ex-Jugoslawien zeigt, der heute hauptberuflich den SV Heimstetten trainiert. Erstmals gezeigt wurde der Spot bei der BFV-Ehrenamtspreisverleihung im November 2009 in München. Erhältlich ist der Spot bei MigraNet und dem BFV.

  • IQ-Impulse – Die sieben Impuls-Mappen bieten gesammelte Informationen zu speziellen Themen, die bei der Arbeit für und mit MigrantInnen von zentraler Bedeutung sind. Eine Übersicht zu den Impulsmappen finden Sie hier auf unserer Webseite.

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Ellen Wild-Blom von Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH stellte anschließend das Projekt FreCh vor. Es richtet sich an Frauen, die sich auf Einstieg oder Wiedereinstieg im Beruf vorbereiten und umfasste 8 Workshoptermine und ein Einzelgespräch unter dem Motto: „Eigene Stärken erkennen und beruflich nützen.“ Durch aktive Mitarbeit der Teilnehmerinnen gibt es diese Kompetenzbilanz jetzt auch auf Russisch, Rumänisch und Türkisch.

Netzwerk Integration Bayern

Darauf folgend erhielt Meral Meindl (VIA Bayern – Verband für Interkulturelle Arbeit e.V.) das Wort, um das Netzwerk Integration Bayern vorzustellen.
Zentraler Gegenstand der dortigen Arbeit ist die Unterstützung von Kommunen und Kreisen in Sachen Integrationsarbeit (Interkulturelle Öffnung, Integrationskonzepte, Interkultureller/-religiöser Dialog, Sensibilisierung der Gesellschaft, Teilhabe von Migrant/innen). Am 13. Oktober fand die erste Veranstaltung des Netzwerks in München statt; weitere Veranstaltungen – jeweils mit regionalem Bezug – werden folgen. Bisher bietet das Netzwerk

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  • Seminare und Interkulturelle Trainings,

  • Weiterbildungen (u.a. für Integrationsbeauftragte),

  • Tagungen,

  • Infomaterial,

  • Webseite und Newsletter sowie

  • telefonische oder direkte Beratung von Kommunen und Landkreisen an.

Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg

Nächster Programmpunkt war die Vorstellung des Wirtschaftsreferats der Stadt Augsburg, vertreten durch den Wirtschaftsreferenten Andreas Bubmann persönlich.

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Den Zusammenhang zwischen Wirtschaftsreferat und Migrant/innen stellte Bubmann her, indem er darauf hinwies, dass etwa 40% der Unternehmer/innen in Augsburg einen Migrationshintergrund haben. Er berichtete außerdem von den Bemühungen, Stadtteile mit hohem Migrant/innen-Anteil infrastrukturell an das Level der übrigen Stadtteile anzugleichen, z.B. durch Ansiedlung von mehr Einzelhandel, etc.

Ahmadiyya-Gemeinde

Zu guter Letzt stellte sich die Ahmadiyya-Gemeinde, vertreten durch Muhammad Hammad Martin Härter, als Kooperationspartner in Augsburg vor.

Die Gemeinde wurde bereits 1889 von Mirza Ghulam Ahmad als reformatorische Vereinigung im Islam gegründet, lehnt Gewalt und damit verbunden die aggressive Auslegung des Dschihad ab, steht für interreligiöse Toleranz und Gesetzestreue und beruft sich u.a. auf die unverfälschte Lehre und die Werte des Koran. Die Trennung von geistlichen und weltlichen Strukturen und somit die Entpolitisierung des Islam sind für die Ahmadiyya-Gemeinde ebenso zentral wie das Bewusstsein für religiöse Rechte und Pflichten und daraus folgend eine universell gegenüber allen Mitmenschen gültige Moral. Gesellschaftliches Engagement und soziale Initiativen und Angebote sind selbstverständlicher Teil der Religionsausübung.

Neben den Fachlichen Inputs hatten auch dieses Mal die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und ihre Fragen an die Referentinnen und Referenten loszuwerden.

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Weitere Informationen

Alle Statements wurden in einer Dokumentation zusammengestellt. Hier finden Sie auch Fragmente der Diskussion.

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